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Ich bin SMér!!! ... und was nun??? von Birgit Schweiger

Es fühlt sich einfach gut an. Der Druck, die Unsicherheit der letzten Jahre ist wie weggeblasen und die Fragen weshalb ich das starke Bedürfnis verspüre, meinen Partner während des Sex den Ledergürtel meiner Jeans oder meine Hand hart spüren zu lassen, ihn dingfest zu machen um ihn zu gebrauchen, meine Krallen anzusetzen um sie über seinen Körper zu ziehen, beantworten sich plötzlich wie von selbst. Sogar der Wunsch, vor ihm zu knien um ihn demütig und trotzdem voll Lust mit meiner Zunge und meinen Lippen zu befriedigen stellen mich nicht mehr in Frage.
Ich weiß es ja nun. Ich bin Sm´erin!!!
Und, es gibt noch mehr davon. Zumindest habe ich davon gehört.
Aber wo sind sie nun, die schwarzen Menschen? In welcher finsteren Höhle, welchem düsteren Kellergewölben haben sie sich versteckt? Und wo sind die Kontaktmänner und Mittelsfrauen die mich zu ihnen führen?

Ob es wohl zum Aufnahmeritual in den geheimen Zirkel gehört, beim ersten Zusammentreffen von diesen großen, weisen, jede Praktik kennenden, in Leder Latex oder Lack gehüllten, selbstverständlich immer grimmig blickenden Menschen mit Peitschen geschlagen zu werden?
Schließlich munkelt man ja hinter vorgehaltener Hand davon. Die Medien scheinen auch nicht wirklich Bescheid zu wissen.
Hoffentlich machen sie sich nicht über mich lustig, mich unwissenden Tropf. Habe ich doch so viele Fragen die mir im Herzen und auf der Zunge brennen.

Möglicherweise finden die zahlreichen Suchmaschinen im weltweitem Netz auch etwas anderes, als Internetversandfirmen.
Vielleicht finden sie auch Einträge zum Thema Sadomasochismus.
Oh, wie dieses Wort doch auf der Zunge zerfließt – Sadomasochismus.

Gefunden!!! Ich habe Informationsmaterial gefunden. Die Flut ist über mich hereingebrochen. Was es da nicht alles gibt. Onlinemagazine , tausende Geschichten, Bilder, sachliche Informationen, Homepages über BDSM-Vereine und Stammtische (ja, ich weiß mittlerweile auch schon, was die Abkürzung BDSM bedeutet), die auf ihre Treffen hinweisen und vieles, vieles mehr.
Könnte es sein, daß Sm`er doch nicht so verrucht und geheimnisvoll sind wie ich dachte? Daß es sich dabei aber um Menschen wie Du und ich handelt kann ich einfach nicht glauben.
Schließlich wurde ich auf einer dieser Mailinglisten gleich ?verhauen? als ich meine vorsichtige Frage, ob es hier einen Partner für mich gäbe, gestellt habe.
Gut, ein Lokal würde ich auch nicht mit dieser Frage betreten.
Aber was nützt mir die Erkenntnis Sm`erin zu sein, wenn kein Mensch an meiner Seite ist, mit dem ich diese wunderbare Leidenschaft teilen kann. Meine geilen Phantasiefilme in meinem Kopfkino wollen schließlich auch real ausgelebt werden und mehr sein als nur eine Wichsvorlage.

Heute ist es soweit. Ich gehe hin zu diesem Treffen dieser Gruppe. Nie hätte ich vermutet, daß selbst in meiner Umgebung sich Menschen mit diesen Neigungen getroffen haben. In den Sündenpfuhlen wie Berlin und Hamburg ja, aber hier? Kaum zu glauben.
Heute abend muß es das knappe, sehr kurze Schwarze tun, denn Leder-, Latex- oder Lackklamotten finden sich noch nicht in meinem Kleiderschrank.

Was bin ich doch nervös. Mein Herz rast und meine Knie sind aus dem Fetischmaterial, das eben noch nicht Bestandteil meiner Garderobe ist.
Was mache ich nur mit meinen klammen Fingern, die unkontrollierbar an mir herumzupfen?
Komisch, laut Beschreibung auf ihrer Homepage befinde ich mich im richtigen Lokal und das ist der Raum von dem sie sprachen. Aber wo sind die Leute nun?
Bis auf eine Runde heiterer, völlig normal aussehender Menschen ist hier niemand. Ob ich mich im Datum geirrt habe?
Jetzt winken die mir auch noch zu. Was wollen die von mir? Ich will doch zu den bösen, schwarzen Menschen und nicht zu Euch.
Oder will ich doch zu ihnen?

Was ist in den letzten Minuten passiert? Da sitze ich nun zwischen diesen freundlichen Leuten, werde nicht verhört, ausgelacht oder geschlagen und fühle mich von Minute zu Minute wohler.
Ein wenig Overdressed bin ich in meinem kleinen Schwarzen. Warum trägt von denen auch keiner was laszives, anstößiges?
Jetzt fühle ich es ganz genau. Ich bin Heimgekommen ... und zuversichtlich, daß eine aufregende, ganz und gar nicht einsame Zeit vor mir liegt.

Wer weitere Info's wünscht mail an info@frauen-in-strumpfhosen.de

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